Bodenbelüftungsmaßnahmen

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Bodenbelüftungsmaßnahmen

Alle Bodenbelüftungsmaßnahmen haben Folgendes gemeinsam:

  • Förderung des Gasaustausches um anaerobe Bedingungen zu verhindern.
  • Erhöhung der Infiltrationsrate, damit kein Wasser auf dem Platz steht.
  • Ein guter Sauerstoffgehalt in tieferen Bodenschichten, um Wurzeln das Leben zu ermöglichen.

Striegeln

Das Striegeln gehört auf einem gut gepflegten Sportplatz alle 4–6 Wochen dazu. Es werden querliegende Gräser hochgestellt und anschließend mit einem Mäher mit Fangkorb abgeschnitten/abgesammelt.

  • Der Rasen bestockt besser und steht schrubberborstenartig nach oben.
  • Das Striegeln kann kreuzweise durchgeführt werden.
  • Die Arbeit mit einem Striegel geht schnell und ist günstiger als mit einem Vertikutierer.

Vertikutieren

Im Gegensatz zum Striegeln ist diese Arbeit teurer und langsamer. Ein kreuzweises Arbeiten ist ebenfalls erforderlich. Die Vertikutiermesser schneiden querliegende Gräser und reißen sie nicht ab wie ein Striegel. Die Messer arbeiten immer in der gleichen eingestellten Tiefe. Ein Schwingen wie beim Striegel liegt nicht vor. Das Striegeln geht schneller, das Vertikutieren ist ein gutes Stück gründlicher.

Schlitzen

Hierbei werden häufig dreieckige, mehrere Millimeter dicke Eisen in den Boden gedrückt, die auf einer Rolle montiert sind. Meistens kann man diese auch gegen Voll- oder Hohlspoons austauschen. Bei den Spoons kann man von einer Arbeitstiefe von max. 6–10 cm ausgehen und einer Lochzahl von etwa 25 Stück.

Aerifizieren und Tiefenlockern

Bei einem DIN-Platz kann man von einer Vegetationsschicht (Rasentragschicht) von ca. 15 cm ausgehen. Diese muss bei einer echten Tiefenlockerung etwa daumenbreit bis in die Drainschicht durchstoßen werden.

Auf einem bodennah aufgebauten Platz ist zu prüfen, ob eine Verdichtung vorliegt. Diese ist mindestens 3–4 cm tief zu durchstoßen. Eine Bodenschürfe gibt Aufschluss über die Bodenverhältnisse. Ein Spaten gehört zu einer Untersuchung zwingend dazu. Die Tiefe der Lockerung auf einem bodennah aufgebauten Platz darf auch schon einmal 40 cm betragen.

Beim Ausschreiben dieser Leistung sollte der Auftraggeber auf die folgende Formulierung achten:

  • mindestens x cm tief und
  • mindestens x Löcher pro qm

 

Auftragnehmer schreiben i.d.R. bis zu x cm/x Löcher pro qm.

Die Nutzung eines Brechwinkels ist sehr empfehlenswert. Was ist das?
Einfach eine Grabeforke vorstellen, bis zum Anschlag in den Boden rammen und anschließend den Stiel herunterdrücken. Folge ist, dass der Boden leicht angehoben wird. Das ist ein Brechwinkel. Es werden je nach Spoongröße 60–120 Loch hergestellt.

Oberflächenbelüftung mit z. B. Vertidrain Mustang:
Es werden i.d.R. 250–400 Loch pro qm hergestellt. Verwendet werden meisten Spoons von 6–19 mm Durchmesser als Hohl- oder Vollspoons. Bundesliagaplätze werden fast nach jedem Heimspiel mit dieser Lochzahl und dann zumeist mit Vollspoons gelockert. Da einige Plätze Hybridrasen haben, kommt eine Lockerung mit Hohlspoons nicht mehr in Frage. Dies würde die eingestanzten Kunststoffblätter zerstören.

Tiefenlockerung mit Hohl- oder Vollspoons:
Vollspoons immer nehmen, wenn in der Vegetationsschicht Steine zu finden sind. Hohlspoons sind wesentlich teurer. Sie stanzen Boden aus. Diesen Boden kann man manchmal gut gebrauchen, um Unebenheiten auszugleichen. Auch kann der Aushub genutzt werden, um den Sand (i.d.R. 0–2 mm gesiebt und gewaschen) mit etwas „fetterem“ Boden anzureichern.

Das Gemisch wird nicht so leicht aus Löchern ausgetreten wie reiner Sand.