Die Primel und die Versorgung mit Kalzium

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Die Primel und die Versorgung mit Kalzium

Das Thema Kalziummangel bei Primeln, Bellis oder auch Myosotis beschäftigt Pflanzenproduzenten seit Jahren. In manchen Jahren sind an der Kultur Chlorosen/Nekrosen oder gar glasige Blätter deutlicher ausgeprägt als in anderen. Verstärkt sind die Blattspitzen betroffen, welche verbraunen. Sorten mit starkem Wuchs und jüngere Blätter scheinen hiervon häufiger betroffen zu sein. Ein Kalziummangel liegt nahe, allerdings kann es sich auch um witterungsbedingte, physiologische Ursachen handeln. Dass die Symptome ohne jegliches Zutun im weiteren Verlauf der Kultur wieder verschwinden, kann verwundern. Schäden aufgrund von Kalziummangel sind in der Regel irreversibel.


Starkes Wachstum im Oktober oder milde Winter als Ursache?
Ob ein Kalziummangel auf ein ausgeprägtes Wachstum bei hohen Temperaturen im September/Oktober oder auf milde, lichtarme Phasen im November/Dezember zurückzuführen ist, kann nicht immer eindeutig bestimmt werden. In manchen Fällen (z. B. bei Bellis) können auch Ballentrockenheit zu Blattrandnekrosen führen. Manchmal wird auch induzierter Kalziummangel vermutet. Um die Qualität des Endproduktes zu sichern, ist eine vorbeugende Kalziumversorgung mit entsprechenden Düngern in beiden Fällen sinnvoll.

Was wissen wir über Kalziummangel?
Kalziummangel kann als latenter Mangel zunächst längere Zeit unerkannt bleiben. Wie intensiv sich Mangelerscheinungen ausprägen, hängt von der Dauer des Mangels und von den klimatischen Faktoren (Luftfeuchtigkeit/Transpiration) ab. Eine niedrige Luftfeuchtigkeit und eine aktive Pflanze sind Voraussetzungen, da Kalzium nur über den Transpirationsstrom der Pflanze dorthin transportiert wird, wo es benötigt wird. Bei Frühjahrsblühern können vorherrschend ungünstige Klimabedingungen ab November zu einem temporären Kalziummangel beitragen.


Latenten Kalziummangel nicht unterschätzen!
In vielen Fällen sind Kalzium-Mangelsymptome unsichtbar, mitunter wird jedoch eine schlechtere Wurzelentwicklung und höhere Empfindlichkeit gegenüber Pilzkrankheiten beobachtet. Dies ist ein weiterer Grund, bei der Kultivierung für eine gute Kalziumversorgung zu sorgen.


Wo kommt das Kalzium her?
Für die Kalziumversorgung der Pflanzen stehen neben dem im Substrat enthaltenen Kalkvorrat (CaCO3) auch das Gießwasser (nur bei kalkhaltigem Wasser) und entsprechende Nährsalze oder Blattdünger zur Verfügung. Zu beachten ist, dass bei torfreduzierten Substraten weniger Kalk eingemischt wird. Hierdurch steht insgesamt weniger Kalzium zur Verfügung. Bei Verwendung von weichem Wasser wird daher empfohlen, kalziumhaltige Nährsalze wie Peters Excel oder Universol für weiches Wasser einzusetzen.

     

Nährstoffverhältnisse beachten
„Viel hilft viel“ gilt nicht für Kalzium. Überschusssymptome sind zwar nicht zu erwarten, die Wechselwirkung mit Kalium oder Magnesium führt jedoch zu einem Antagonismus, also eine gegeneinander gerichtete Wirkungsweise.


Vorsicht vor exzessiver Kaliumdüngung!
ICL empfi ehlt folgende Verhältnisse zwischen Stickstoff, Kalium und Kalzium zur Vermeidung antagonistischer Wechselwirkungen zu berücksichtigen:

 

Zur Sicherheit, übers Blatt gehen
Eine vorbeugende Blattdüngung mit Agroleaf Liquid Calcium+ (8-0-0+13,8CaO) sorgt nicht nur für eine verbesserte Kalziumversorgung der Kulturen, sondern stimuliert auch Wachstum und Vitalität der Pflanzen. ICL empfiehlt wegen der günstigeren Witterungsbedingungen, solche Applikationen noch im Oktober durchzuführen (2–3 x mit 1 ml/l).

 

Die perfekte Kombination für eine optimierte und effiziente Kalziumaufnahme.
Agroleaf Liquid Calcium+ ist ein stickstoffhaltiger Flüssigdünger mit hohem Kalziumgehalt und vier wertvollen Aminosäuren (Glycin, Glutaminsäure, Mononatriumglutamat und L-Arginin). Glycin und Glutaminsäure sind wichtig für die Zell- und Chlorophyllbildung. L-Arginin fördert die Bildung von Hormonen und ist für das Wachstum und die Anpassung an Stresssituationen bedeutsam. Der enthaltene Fruchtzucker steht der Pflanze sofort als verfügbare Energiequelle in Stressphasen zur Verfügung.