Die Sprache der Pflanzen

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Die Sprache der Pflanzen

Sprechen ist für Menschen etwas völlig Normales. Doch, dass Pflanzen miteinander kommunizieren, ist ein Thema, mit dem sich Forscher erst seit den letzten 15 Jahren beschäftigen. Mittlerweile belegen zahlreiche Studien, dass Pflanzen sowohl über die Luft als auch über die Wurzel miteinander in Verbindung treten.

Duft statt Töne

Von Schädlingen angegriffen sondern Pflanzen spezielle Duftstoffe (Volatile organic compounds VOCs) ab und warnen dadurch ihre Artgenossen. Diese können somit deutlich früher natürliche Schutzmechanismen in Gang setzen. Auch über sich berührende Wurzeln können Pflanzen nach neuesten Erkenntnissen miteinander in Verbindung treten.

Pilze als Briefträger

Pflanzen können auch mittels fadenförmiger Pilzzellen (Glomus intradices) und deren feiner und großflächiger Geflechte über chemische Verbindungen Signale senden. Somit können größere Entfernungen überbrückt werden. Pflanzen schützen sich durch eine höhere Widerstandsfähigkeit gegen Krankheiten, nachdem sie über unterirdische Pilz-Netzwerke mit Artgenossen verbunden worden sind, die vorher mit einer Pilzkrankheit befallen waren.

Revierkämpfe bei Pflanzen?

Meersenf, zum Beispiel, der an magere Standorte angepasst ist verteidigt sich durch ein aggressives Wurzelwachstum gegen jegliches Eindringen nicht artverwandter Pflanzen. Bei Artverwandten pflegt die Pflanzenart hingegen einen rücksichtsvollen Umgang. Wie Artgenossen über die Wurzeln erkannt werden, ist noch ein Rätsel. Forschungsarbeit in diesem Bereich ist deshalb hochinteressant, da, sobald die Mechanismen entschlüsselt sind, diese z. B. bei drohender Trockenheit gezielt in landwirtschaftlichen Kulturen aktiviert werden könnten. Höhere Erträge oder eine Vermeidung von Ertragsverlusten wären dadurch möglich.

Quellenangabe: The Scientist Magazine (1/2014), Dan Cossins Plant Talk