Ein Nährstoff im Fokus: Kalzium

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Ein Nährstoff im Fokus: Kalzium

Kein Fokus auf Kalzium?

Kalzium, auch Calcium geschrieben, ist jedem als wichtiger Bestandteil unserer Knochen oder Zähne bekannt. Im Gartenbau hingegen wird die Bedeutung von Kalzium immer noch oft unterschätzt. Ein Grund ist, dass Kalzium-Mangelsymptome nicht so bekannt sind wie z. B. Eisen-Mangelsymptome und darüber hinaus nicht so leicht zu erkennen sind.

Da Kalzium in der Natur nur in gebundener Form vorkommt, sprechen wir im Nachfolgenden von Kalziumverbindungen. Kalziumhaltige Mineralien sind z. B. Kalkstein, Gips usw. Kalziumverbindungen sind mehr oder weniger gut wasserlöslich und finden sich daher auch im Grundwasser wieder. Die Gehalte an Kalzium hängen davon ab, welche Gesteine das Regenwasser durchlaufen hat, bis es im Grundwasser angekommen ist. In Regionen wie z. B. dem Alpenvorland steht daher vorwiegend hartes Wasser zur Verfügung. Reines Regenwasser hingegen enthält kein Kalzium, daher muss es bei der Düngung extra zugegeben werden.

Kalzium in der Pflanze

Kalzium gilt als wichtiger Zellbaustein und ist auch für die Bildung zahlreicher Enzyme notwendig. Die entquellende Wirkung von Kalzium erhöht die Salztoleranz von Pflanzen und reguliert somit den Wasserhaushalt. Kalzium wird nicht zu einem bestimmten Zeitpunkt benötigt, sondern während der gesamten Kulturzeit. Der gesamte Kalziumbedarf variiert jedoch je nach Kultur. Eine ständige und ausreichende Versorgung mit Kalzium ist daher für ein optimales Wachstum und die Pflanzengesundheit empfehlenswert.

Auch für Kalzium gilt nicht „viel hilft viel“ - wenn auch Überschusssymptome nicht zu erwarten sind. Antagonismus mit Kalium oder Magnesium ist jedoch möglich, daher sind folgende Verhältnisse zwischen Stickstoff, Kalium und Kalzium zu berücksichtigen:

Anzustrebende Optimalwerte:

N:K:Ca-Verhältnis:
Vegetative Phase: 1:1,3:0,7*
Generative Phase: 1:1,6:0,8*
* in der Nährlösung

Zu hohe Kalziumgehalte können auch zu Magnesiummangel führen. Bei Pflanzenanalyse findet sich folgendes Verhältnis wieder:

Mg:Ca:K-Verhältnis:
0,3:0,5:1

Der Kalziumbedarf von Pflanzen

Der Bedarf an Kalzium ist von Kultur zu Kultur sehr unterschiedlich, dennoch benötigen alle Pflanzen eine regelmäßige Kalziumzufuhr über die Nährlösung, da nur ein Teil über den Kalkvorrat des Substrates abgedeckt werden kann. Die nachfolgende Tabelle weist den Kalziumbedarf in mg Ca/l Nährlösung einiger Kulturpflanzen aus.

Ca-Bedarfzahlen

 

Kalziummangel

Kalzium-Mangelsymptome sind im Zierpflanzenbau wenig bekannt und werden daher oft übersehen. Typisch und weitläufig bekannt sind Brakteen-Randschäden an Poinsettien. Bei Rosen zeigen sich ebenfalls schnell Mangelsymptome an den Blättern. Bei Pelargonien zum Beispiel stirbt der Haupttrieb ab oder ist deformiert im Kopf, was oft bei Jungpfpflanzen zu sehen ist. Eingerollte Blätter deuten auch auf Kalziummangel hin. Im Obst- und Gemüsebau hingegen sind mehr Kalzium-Mangelsymptome bekannt, wie z. B. die Blütenendfäule bei Tomaten oder die Stippe beim Apfel. 

Wann tritt Kalziummangel auf?

Kalziummangel kann zunächst als latenter Mangel unerkannt bleiben. Wie schnell Kalziummangel sichtbar wird, hängt sowohl von einem nicht ausreichenden Kalziumangebot, als auch von klimatischen Faktoren ab. Da Kalzium nur über den Transpirationsstrom der Pflanze transportiert wird, sollte auf die Luftfeuchte, vor allem unter Glas/Folie, geachtet werden. Bei Frühjahrsblühern kann es in Kombination mit geringer Einstrahlung und gespannter Luft im Gewächshaus zu temporärem Kalziummangel kommen. In vielen Fällen sind Kalzium-Mangelsymptome nicht sichtbar, allerhöchstens könnte eine schlechtere Wurzelentwicklung bzw. eine höhere Empfindlichkeit gegenüber Pilzkrankheiten feststellbar sein.