Engerlinge im Rasen

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Engerlinge im Rasen

Engerlinge sind die Larven der Blatthornkäfer. Zu den wichtigsten bei uns verbreiteten Blatthornkäfer-Arten zählen der Maikäfer, aber auch der Junikäfer und der Gartenlaubkäfer. (Quelle: e-nema) Im Fokus des folgenden Artikels steht der Gartenlaubkäfer und dessen Larven.

Schadbild

Ist eine Rasenfläche von Engerlingen befallen, treten ab Mitte Juli vereinzelt unregelmäßige, gelbe Flecken auf. Die Grasnarbe wird dünner und einzelne Stellen sterben ab. Bei zunehmendem Befall vergrößern sich diese Stellen und der Rasen beginnt flächig zu welken. Der Grund für dieses Schadbild liegt in der Fraßtätigkeit der Käferlarven; denn diese ernähren sich von den Gräserwurzeln. So kann bei genauerer Untersuchung die Grasnarbe auch ohne weiteres angehoben werden. Darunter befinden sich im Boden oft unzählige weiße Larven: die Engerlige. Ein weiteres und oftmals noch schlimmeres Schadbild kann hinzukommen, wenn Vögel, Wildschweine oder Dachse nach den für sie sehr schmackhaften Engerlingen suchen, diese herauspicken oder die Grasnarbe umwühlen und damit erheblich beschädigen.

Beschreibung des Gartenlaubkäfers

Das adulte Tier ist 8-12 mm lang. Der sogenannte Halsschild ist dunkelgrün bis schwarz metallisch glänzend. Die behaarten Flügel des Käfers sind rotbraun und die Lebenserwartung beträgt ca. 3 Wochen.

Lebenszyklus

Der Käfer legt seine Eier von Mitte Mai bis Mitte Juni etwa 10 cm tief in der Rasenfläche ab. 80% genau dort, wo er selbst geschlüpft ist und den Rest an geeigneter Stelle im Umkreis von bis zu 4 km. Nach etwa drei Wochen schlüpfen die Larven (Engerlinge). Im Zeitraum August bis Oktober ernähren sie sich von den Rasenwurzeln. Ab Oktober graben sich die Tiere in tiefere Bodenschichten ein und überwintern dort. Die Verpuppung erfolgt im April und dauert ca. 4 Wochen. Dann schlüpft der Käfer und der Zyklus ist abgeschlossen. Der Zyklus vom Ei bis zum ausgewachsenen Käfer umfasst 3 Larvenstadien (L1-L3) und ein Puppenstadium. Für die Fraßschäden sind die Larven der Stadien L2 und L3 verantwortlich. Diese befinden sich direkt unter der Grasnarbe, wo sie leicht zur Beute von Vögeln, Wildschweinen, etc. werden.

Bekämpfung

Eine frühzeitige Kontrolle des Käferflugs ist wichtig. Der Gartenlaubkäfer fliegt von Ende Mai bis Anfang Juni bei Tag, vorwiegend am sonnigen Vormittag. Unterstützend kann hier eine Lockstoff-Falle eingesetzt werden. Eine direkte Bekämpfung des Käfers macht wenig Sinn, da sich ein Großteil der Eier bereits im Boden befindet, wenn der Käferflug bemerkt wird. 6-8 Wochen nach dem Käferflug sollte auf Larven kontrolliert werden. Besonderes Augenmerk ist hier auf Stellen zu richten, die bereits befallen waren. Des Weiteren bevorzugen die Käfer sandige Böden in sonnigen und trockenen Grasflächen. Beliebt sind vor allem lückige Grasnarben weil es dort wärmer ist und die Weibchen durch die höhere Bodentemperatur angezogen werden.

Generell gilt auch hier wie bei jedem Krankheitsbefall: Ein gut versorgter Rasen mit dichter Grasnarbe ist weniger anfällig. Wenn der Käferflug einsetzt, sollte der Rasen etwas höher gemäht werden. Lückige Stellen können durch gezielte Bewässerung abgekühlt werden wodurch die Weibchen sie nicht mehr so gezielt wahr nehmen. Da eine chemische Bekämpfung der Engerlinge nicht zugelassen ist, bleibt nur der Einsatz nützlicher Nematoden. Als Schadschwelle geht man von 100 Larven / m² aus.

Wichtig und nicht ganz einfach ist die Bestimmung der Larven bzw. der Käferart. Die Identifizierung der Engerlinge erfolgt über das Hinterteil. Die Form des sogenannten Analspalts verrät dem geschulten Auge um welche Käferlarve es sich handelt.

Nematoden

Nematoden sind mikroskopisch kleine, fadenförmige Würmer. Einige Arten eignen sich sehr gut zur Bekämpfung von Schädlingen.

Wirkungsweise

Die Nematoden dringen in den Schädling ein und setzen ein Bakterium frei. Dieses Bakterium vermehrt sich und tötet die Larve innerhalb weniger Tage. Im Kadaver des Engerlings vermehren sich die Nematoden und befallen weitere Larven. Nematoden können sehr erfolgreich gegen die Larven des Gartenlaubkäfers sowie des Dung- und Purzelkäfers eingesetzt werden. Je nach Engerling- bzw. Käferart ist der Einsatz von verschiedenen Nematoden oder Nematodenmischungen erforderlich. Auch der Einsatzzeitpunkt variiert. Eine genaue Bestimmung des Schädlings ist deshalb für den Behandlungserfolg unabdingbar.

Nematodeneinsatz

Wichtig ist vor allem ein frühzeitiger Einsatz. Im Falle des Gartenlaubkäfers sollte die Nematodenart Heterorhabditis bacteriophora ca. 8 Wochen nach dem Flughöhepunkt (ab Mitte Juli) ausgebracht werden. Hierfür eignet sich eine gewöhnliche, gereinigte Pflanzenschutzspritze. Filter und Siebe müssen entfernt werden. Die Bodentemperatur muss über 12 Grad liegen. Je wärmer der Boden ist, desto schneller stellt sich eine Wirkung ein. Die Larvenstadien L2 und L3 sind am anfälligsten.

Nach Erhalt müssen die Nematoden kühl gelagert werden. Vor dem Anmischen der Spritzbrühe sollte das Rührwerk in Gang gesetzt werden um ein Absinken der Nematoden zu vermeiden. Nach dem Anfertigen der Tankmischung muss die Spritzbrühe sofort ausgebracht werden. Nematoden vertragen keine direkte Sonneneinstrahlung, weshalb der Einsatz bei bedecktem Himmel erfolgen sollte. Boden und Grasnarbe müssen feucht sein. Nach dem Ausbringen sollte bewässert werden um alle Nematoden in den Boden zu bringen. Um eine bessere Verteilung der Nematoden im Boden zu erzielen, sollten der Spritzbrühe das Wetting Agents H2Pro zugesetzt werden.

 

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