Gartenlaubkäfer

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Gartenlaubkäfer

Die Käfer sind 8 -11 mm lang, der Halsschild ist metallisch-grün bis schwarz glänzend. Die Flügeldeckel sind rotbraun und leicht behaart. Der Entwicklungszyklus des Gartenlaubkäfers dauert lediglich ein Jahr. Die Käfer schlüpfen von Ende Mai bis Mitte Juni in der Nacht.

Die Weibchen werden unmittelbar nach dem Erscheinen auf der Bodenoberfläche begattet, graben sich wieder ein und beginnen in derselben Nacht mit der Eiablage. Etwa 85% der Eier werden jetzt abgelegt. Danach fliegen die Weibchen nahegelegene Futterpflanzen an. Der Flug findet tagsüber statt. Nach dem Reifungsfraß erfolgt eine zweite Eiablage. Diese kann 3-4 km vom ersten Gelege entfernt liegen. Die nach etwa drei Wochen aus den Eiern schlüpfenden Larven durchlaufen in ihrer Entwicklung drei Stadien. Das erste Larvenstadium ernährt sich von humosen Substanzen im Boden. Das zweite frisst bereits feine Haarwurzeln. Den eigentlichen Schaden verursachen die Larven des dritten Stadiums, die größere Wurzeln von Rasen und Kulturpflanzen durchtrennen und so deren Wasserversorgung unterbrechen.

Bis etwa Mitte Oktober bleiben die fressenden Larven unter der Grasnarbe, dann wandern sie zur Überwinterung in tiefere Bodenschichten. Im April verpuppen sie sich und schlüpfen im Mai als Käfer. Problematisch machen den Gartenlaubkäfer sein nur einjähriger Zyklus und seine Eigenart, sofort nach dem Schlüpfen wieder Eier zu legen.

Bekämpfung

Eine chemische Bekämpfung ist möglich, aber nur in Ausnahmefällen zugelassen. Es sind meist jedoch nicht die adulten Tiere, die große Schäden anrichten. Das größte Problem stellen die Larven dar. Die Larven oder Engerlinge werden meist erst entdeckt, wenn andere Tiere auf Nahrungssuche die Rasennarbe aufwühlen oder wenn die Rasennarbe abstirbt. Meist sind die Engerlinge dann bereits im letzten Larvenstadium oder kurz vor der Verpuppung. Zu diesem Zeitpunkt wird eine Bekämpfung recht schwierig. Insektizide wirken nur auf junge Stadien der Engerlinge. Verschiedene Nützlinge wie Nematoden können erfolgreich sein. Eine genaue Identifikation der Larvenart ist aber eine wichtige Voraussetzung für den erfolgreichen Einsatz.

Flankierende Maßnahmen

Warme, eher trockene Böden werden für die Eiablage bevorzugt. Das bedeutet auch, dass kürzer gemähte oder offene Rasenflächen für Schädlinge attraktiver sind als langes Gras, da die Sonne den Boden mehr erwärmen kann. Ein möglicher Hinweis, dass man den Rasen während des Käferfluges zurückhaltender mähen sollte. Eine Stickstoffdüngung und eine großzügige Bewässerung während Trockenperioden können helfen, bei einem Befall einen größeren Schaden zu vermeiden. Als letzte Konsequenz bleibt oft nur eine Neuansaat der befallenen Fläche. Dies vor allem, wenn Vögel, Dachse oder Wildschweine auf der Suche nach Engerlingen die Grasnarbe noch zusätzlich zerstört haben.