Krankheit Rotspitzigkeit

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Krankheit Rotspitzigkeit

Krankheiten

Pilze sind die am häufigsten vorkommenden Krankheitserreger bei Rasen, doch nicht alle Pilze im Boden sind tatsächlich schädlich. Viele von ihnen sind in Wirklichkeit sehr nützlich und spielen eine wichtige Rolle beim Abbau von organischen Stoffen.

Die für Krankheiten verantwortlichen Pilze werden in der Regel als „pathogen“ bezeichnet. Es gibt viele verschiedene pathogene Pilze, die jeweils Rasenkrankheiten auslösen können. Dabei gibt es große Unterschiede bei den verhaltensspezifischen und physiologischen Anforderungen für den Pilzwuchs. Die meist fadenförmig wuchernden Strukturen namens Hyphen bilden in geballter Form das sogenannte Myzel. So ein Myzel kann im Gewebe der betroffenen Pflanze oder im Boden mit bloßem Auge zu erkennen oder auch unsichtbar sein.

In der Regel sind die meisten pathogenen Pilze in jedem Rasen latent präsent. Doch nur bei günstigen Umweltbedingungen entwickeln sich tatsächlich Krankheiten. Mit guter Bewirtschaftung lässt sich das Ausbrechen einer Krankheit oft im Keim ersticken. Doch wechselnde und unvorhersehbare Umwelt- und Witterungsbedingungen machen uns dabei oft einen Strich durch die Rechnung.

Allgemeine öffentliche Grünanlagen mit hohem Anteil an mehrjährigem Weidelgras sind für viele Krankheiten weniger anfällig. Dies liegt hauptsächlich an dem geringeren Pflegeaufwand, besonders bei höherer Schnitthöhe. Dennoch ist Rotspitzigkeit (Laetisaria fuciformis) die wohl am häufigsten vorkommende Rasenkrankheit sowohl bei öffentlichen Grünflächen als auch bei Zierrasen. 

Schadbild

  • Das Gras bildet rosafarbene oder rote Auswüchse, die im weiteren Verlauf der Krankheit ausbleichen/hellbraun werden.
  • Der Pilzbefall ist an den rosafarbenen Büscheln und/oder an den kleinen, roten und nadelförmigen Gebilden zu erkennen, die an den kranken Blättern herausragen. Diese Gebilde können bis zu 25 mm lang sein. Die als Stroma bezeichneten Gebilde sind die Überlebensformen des Pilzauslösers.
  • Die vom Pilzbefall betroffenen Stellen können einen Durchmesser von 50 mm bis 350 mm haben.
  • Durch den Pilzbefall sterben die Halme von der Spitze her ab, doch der Schaden ist lediglich oberflächlich, es sei denn, das Graswachstum ist schlecht.
  • Vorwiegend im Sommer/Herbst auftretend, kann jedoch nahezu während der ganzen Vegetationszeit vorkommen.

Befallsfördernde Faktoren

  • Rotspitzigkeit kann das ganze Jahr über auftreten, kommt aber im Spätsommer und im Herbst am häufigsten vor.
  • Rotspitzigkeit kann sich bei jedem Rasentyp entwickeln, doch Rotschwingel und mehrjähriges Weidelgras sind besonders anfällig. Innerhalb dieser Sorten gibt es außerdem verschiedene Kulturformen mit unterschiedlicher Toleranz gegen die Krankheit.
  • Wie bei vielen Rasenkrankheiten ist eine feuchte Oberfläche zuträglich für die Verbreitung von Krankheiten und bei übermäßig vorhandenen organischen Stoffen haben Krankheitserreger wie Pilze freie Bahn.
  • Zu häufige oder zu geringe Wassergaben
  • Die Pflanzen sind besonders anfällig, wenn das Graswachstum aufgrund von niedrigem Nährstoffvorrat, insbesondere Stickstoffmangel, langsam ist.
  • Feuchtwarme Bedingungen bei hoher Luftfeuchtigkeit mit Temperaturen zwischen 15 und 22°C fördern den Pilz erheblich.
  • Rotspitzigkeit ist ein typischer Schwächeparasit

Vorbeugende und befallsmindernde Maßnahmen

  • Infizierte Bereiche sollten mit einem stickstoffhaltigen Dünger behandelt werden. Dies sollte normalerweise ausreichen, so dass die Pflanze aus der Krankheit „herauswachsen“ kann. Bei der Wahl des Düngemittels müssen die herrschenden Bedingungen berücksichtigt werden. Bei Trockenheit und fehlenden Bewässerungsmöglichkeiten sollte ein Flüssigdünger verwendet werden.
  • Entfernen Sie Schnittgut von den betroffenen Stellen, damit sich die Krankheit möglichst nicht weiter ausbreitet.
  • Beschränken Sie die organischen Substanzen und sorgen Sie für eine gute Drainage der Oberfläche mit regelmäßiger Bodenbelüftung.
  • Halten Sie den Nährstoffvorrat aufrecht, damit ein gesundes Graswachstum gewährleistet ist. Sorgen Sie dabei insbesondere für genügend Stickstoff während der gesamten Vegetationsperiode.
  • Säen Sie mit Kultursorten nach, die hohe Toleranzwerte für Rotspitzigkeit aufweisen.
  • Reduzierung des Rasenfilzes