pH-Wert Absenkung von Kompostsubstraten mit Schwefel

  • Whastsapp

Praxiswissen - pH-Wert Absenkung von Kompostsubstraten mit Schwefel

Kompostsubstrate im Gartenbau

Bis in die 80-iger Jahre war der Einsatz von gärtnerischem Kompost im Gartenbau für die Substratherstellung weit verbreitet. Durch das Aufkommen der Fertigsubstrate sank das Interesse an der Verwendung von Kompost stetig. Aufgrund des öffentlichen Druckes, den Einsatz von Torf zu reduzieren, gewinnt Kompost wieder an Bedeutung. Leider hat Kompost neben hohen Salzgehalten auch einen hohen pH-Wert. In dieser Fachinformation geht es darum wie der pH-Wert effektiv beim Einsatz von Komposten abgesenkt werden kann.

Kompostsubstrate im Gartenbau

Gärtnerische Komposte, die zum Teil aus Topfpflanzen, Schnittabfällen usw. bestehen, unterscheiden sich erheblich von kommunalen Grünkomposten (Rasenschnitt, Böschungsmähgut, usw..). Besonders vorsichtig sollte man mit Bioabfallkomposten (Biotonne) sein. Diese weisen sehr hohe Nährstoffgehalte (Salzgehalte) auf und können mit Kunststoffen und anderen Schadstoffen belastet sein.     
Bei gärtnerischen Komposten sind die Gehalte an Calciumcarbonat deutlich niedriger als bei Grünkomposten, die bis zu 15 % in der Trockensubstanz enthalten können. Dies hat einen entscheidenden Einfluss auf die zur pH-Absenkung benötigten Schwefelmengen.

Das Element Schwefel (S)

ist ein sehr reaktives Element mit großem Versauerungspotential, das zum Beispiel 3x stärker ist als das von Ammonium. Im Vergleich zu granuliertem Schwefel ist Schwefel in elementarer Form wegen der größeren Oberfläche am reaktivstem. In der Landwirtschaft wird die Schwefeldüngung mit granuliertem Schwefel häufig für eine gute Schwefel Versorgung praktiziert.
In Kompost wandelt sich der elementare Schwefel mikrobiell in Schwefelsäure (H2SO4) um. Die Schwefelsäure wiederum reagiert mit dem Calciumcarbonat (kohlensaurer Kalk) im Kompost, sodass Gips (Calciumsulfat) entsteht. Gips hat im Gegensatz zu Calciumcarbonat keinen Einfluss auf den pH-Wert. Je mehr Calciumcarbonat in Gips umgewandelt wird, umso stärker sinkt der pH-Wert im Kompost.
Für diese Umwandlungsprozesse benötigen die Bodenbakterien angemessene Temperaturen und viel Sauerstoff. Für eine optimale Reaktionsfähigkeit empfiehlt ICL-SF den Einsatz von Schwefelblüten in Pulverform. Das feine Material hat die größtmögliche Reaktionsoberfläche für eine schnelle pH-Absenkung und einen überprüfbaren pH-Effekt.

Welche Schwefelmenge wird benötigt?

Bei Komposten können aufgrund der Verschiedenartigkeit der Ausgangsstoffe die Start-pH-Werte und die Pufferfähigkeit (unterschiedliche Volumengewichte) stark abweichen. ICL-SF empfiehlt die Substratmischung (Kompost, Torf sowie weitere Komponenten) mindestens zwei Monate vor dem Topfen herzustellen.
Zunächst sollte eine Probe für eine Vollanalyse an ein Labor eingesendet werden. Sollte der pH-Wert für die zu topfende Kultur zu hoch sein, kann mit Schwefel korrigiert werden. Um die notwendige Schwefelmenge je nach Wunsch pH-Wert exakt zu bestimmen, ist die Erstellung mehrerer (mindestens 3) Mischungen mit unterschiedlichen Schwefelmengen sinnvoll. Aus Erfahrung reichen Schwefelzugaben je nach Kompostanteil und Zusammensetzung von 0,5 bis maximal 5 kg/m3.
Nach einer Reaktionszeit von ca. 3 Wochen bei ausreichend feuchtem Substrat (gut durchmischen), Zimmertemperatur und viel Sauerstoff (zwischendurch Probebeutel aufschütteln) sollten die pH-Werte gemessen und in einer Tabelle festgehalten werden. Diese pH-Messreihe erleichtert die Entscheidung, welche Schwefelmenge für den jeweiligen Kompost und den Wunsch-pH-Wert in der jeweiligen Substratmischung notwendig ist.

*Bei reinem Weißtorf reichen 4 bis 5 kg Kalk (Calciumcarbonat) / m3 um einen pH-Wert zwischen 5 und 6 zu erreichen.

Angepasste Substratbevorratung bei Kompostsubstraten

Da Komposte in der Regel sehr hoch mit Phosphor, Kalium und Magnesium versorgt sind, empfiehlt ICL-SF für die Aufdüngung von Kompostsubstraten den Einsatz einer Kombination von Osmocote N mit Osmocote Exact Hi.End.

Beispiel:

     1 kg Osmocote N 36-0-5 (5-6 Monate)
 +  2 kg Osmocote Exact Hi.End 15-9-12+2 MgO (5-6 Monate)
 =  3 kg gesamt mit einem NPK-Verhältnis: 22-6-9,7+1,3 MgO

Somit lassen sich zu hohe P-, K- und Mg-Gehalte kompensieren.

Bei der Erstellung eines geeigneten Düngekonzeptes für Ihre Kulturen steht Ihnen Ihr ICL-SF Fachberater gerne zur Verfügung.

 

Registrierung ICL-SF Newsletter