Spurenelemente im Fokus

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Spurenelemente im Fokus

Spurennährstoffe werden von Pflanzen nur in geringen Mengen benötigt. Pflanzen benötigen beispielsweise eine Million Mal mehr Stickstoffatome als Molybdän. Kupfer immerhin schon 100 x mehr als Molybdän.

Nur sieben Spurennährstoffe sind unbedingt für das Wachstum von Pflanzen notwendig. Weitere nützliche Elemente, die ebenfalls in sehr geringen Mengen aufgenommen werden, bezeichnet man hingegen als essentielle Nährelemente. Diese können wachstumsfördernd sein, sind aber entbehrlich. Manche sind in höheren Konzentrationen sogar schädlich. Zu den nützlichen Nährelementen zählen Natrium, Silizium, Aluminium, Selen und Kobalt.

Mikronährstoffe oder Spurennährstoffe

 

Funktionen von Spurenelementen:

1. Bor (B):

Bor ist wichtig bei der Zellteilung und Zellstreckung sowie beim Kohlenhydratstoffwechsel. Bor aktiviert zudem eine Reihe wichtiger Enzyme. Bei Bormangel wird schwaches Pflanzenwachstum induziert. In Substratkulturen tritt Bormangel jedoch eher selten auf. Ein Überschuss ist eher wahrscheinlich, da Bor zunehmend im Grundwasser zu finden ist. Die wichtigste Bor-Quelle im Grundwasser sind Borate aus Wasch- und Bleichmitteln.

2. Kupfer (Cu):

Kupfer ist sehr bedeutsam für die Photosynthese und ist an der Proteinsynthese sowie der Blütenbildung beteiligt. Kupfermangel führt zum Absterben junger Blätter (beginnend mit Nekrosen), zu mangelnder Samen- und Fruchtausbildung und gehemmtem Wachstum. Zu Kupfermangel kommt es bei zu starken Kalkgaben und bei sandigen Böden. Ein typisches Anzeichen für Kupfermangel in Baumschulen ist die sich seitlich neigende Triebspitze bei Thujas.

3. Eisen (Fe):

Eisen spielt eine wichtige Rolle bei der Photosynthese und ist daher bei Mangel durch die bekannten Chlorosen gut erkennbar. Des Weiteren aktiviert Eisen Enzyme und ist wichtig für die Samen- und Keimbildung. Hauptursache für Eisenmangel ist entweder ein zu hoher pH-Wert oder Staunässe. Bei niedrigen Temperaturen ist Eisen für manche Kulturen schwer aufzunehmen, so dass selbst bei gutem Angebot Eisenchlorosen vorkommen können.

4. Mangan (Mn):

Mangan aktiviert ebenfalls Enzyme, fördert die Proteinsynthese und ist bedeutsam für den Hormonhaushalt der Pflanze. Manganmangel bewirkt Chlorosen (ähnlich der Eisenchlorosen), geringe Wurzelentwicklung, Wuchshemmungen und eine geringe Frostresistenz.

5. Molybdän (Mo):

Molybdän aktiviert Enzyme und ist bedeutend für den Stoffwechsel der Pflanze. Molybdänmangel bewirkt Chlorosen, vermindertes Wachstum, Nekrosen und Blattdeformationen. Molybdän ist bei niedrigem pHWert schlecht für die Pflanze verfügbar, wodurch Mangelerscheinungen bei pH-Werten unter 5.0 auftreten.

6. Zink (Zn):

Zink ist Bestandteil von Enzymen, ist beteiligt an Stoffwechselprozessen und sorgt für optimale Pollen- und Samenqualität. Zinkmangel ist in Gartenböden eher selten. Er kann auftreten, wenn Böden zu stark gekalkt werden und einen pH-Wert über 7,0 aufweisen. Zinkmangel bewirkt ein gehemmtes Wachstum, Chlorosen, Nekrosen und eine erhöhte Anfälligkeit gegenüber Krankheiten und Schadorganismen.

7. Chlor (Cl):

Chlor wird von den meisten Pflanzen in sehr geringen Mengen als Chlorid aufgenommen. Im Zierpflanzenbau und im Bereich Baumschule und Stauden wird dem Element Chlor mit großer Vorsicht begegnet, da es sich qualitätsmindernd auswirken kann.

Der Einfluss des Substrat-pHs auf die Verfügbarkeit von Nährstoffen für Pflanzen

Viel hilft nicht viel!

In Bezug auf Spurenelemente hilft viel oft nicht viel. Der hohe Gehalt eines Elementes kann unter Umständen die Aufnahme eines anderen Elementes negativ beeinflussen und neue Probleme verursachen. Für eine genaue Diagnose ist es wichtig sicherzustellen, welches Spurenelement Grund der Schadursache ist. Der Begriff Spurenelemente unterstreicht, dass diese Nährelemente nur in Spuren benötigt werden. Bei einigen Spurenelementen ist der Bereich zwischen Mangel und Überschuss recht eng. Bei einer Überdosierung können daher ebenfalls schnell unumkehrbare Schäden auftreten. Außerdem reagieren manche Kulturen sehr unterschiedlich auf hohe Spurennährstoffgehalte. Im Allgemeinen sollten nur nach Rücksprache mit einem fachkundigen Berater Spurenelementedünger eingesetzt werden. 

Vorbeugen immer besser als heilen

Bei der Versorgung von Spurenelementen bewahrheitet sich die Maxime „vorbeugen ist besser als heilen“. Ein Spurenpaket ins Substrat einzumischen ist kein Luxus, sondern sorgt für gesundes Wachstum und schützt vor Überraschungen im Kulturverlauf. In den letzten Jahren ist leider festzustellen, dass in diesem Bereich die Spurennährstoffgaben reduziert wurden oder aus Kostengründe ganz darauf verzichtet wird. Das kann unter günstigen Umständen gut gehen. Allerdings hat uns der Sommer wieder gezeigt, dass zum Beispiel Regenwassermangel einen ungünstigen Einfluss auf die Kulturbedingungen wie den pH-Wert haben kann. Zudem ist latenter Spurennährstoffmangel bereits ertrags- bzw. wachstumsmindernd, bevor er überhaupt sichtbar wird.

Wir empfehlen für Sicherheit in der Kultur die Zumischung von 200 g bis 300 g Micromax Premium pro m3 Substrat.

 

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