Stickstoff in Topfkulturen

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Stickstoff in Topfkulturen

Stickstoff ist seit der Diskussion um Nitratwerte im Trinkwasser sehr umstritten und dennoch das wichtigste Hauptnährelement.

Der weltweite Stickstoff-Jahresbedarf in der Landwirtschaft liegt bei ca. 110 Millionen Tonnen. Etwa 1,7 Millionen Tonnen setzen deutsche Landwirte pro Jahr ein. Da Stickstoffdünger überwiegend industriell hergestellt werden, ist der Energiebedarf mit ungefähr 1,3 % des globalen Primärenergieverbrauchs recht hoch.

Stickstoff – der Motor für das Pflanzenwachstum

Stickstoff gilt als „Motor" für das Pflanzenwachstum und als das wichtigste Hauptnährelement. Stickstoff ist neben Kohlen-, Wasser- und Sauerstoff eines der vier „organischen“ Grundelemente und wird in größeren Mengen für das Wachstum benötigt. Pflanzen brauchen 4-mal mehr Stickstoffatome als Kaliumatome bzw. 16-mal mehr als Phosphoratome! Dabei wird Stickstoff von Pflanzen überwiegend als Nitrat (NO3 -) und in geringem Maße auch als Ammonium (NH4 +) aufgenommen.

Manche mögen‘s ohne

Einige Pflanzen können dank symbiotisch lebender Mikroorganismen Stickstoff aus der Luft gewinnen. Hierzu zählen Leguminosen (Hülsenfrüchte) wie Erbsen, Bohnen, Lupine oder Klee, die die an den Wurzeln lebenden „Knöllchenbakterien“ (Rhizobium leguminosarum) für die Stickstoffgewinnung nutzen.

Maßvoller Umgang mit Stickstoff = gesunde Pflanzen

Zu hohe Stickstoffgaben lassen Pflanzen weich werden und können die Anfälligkeit gegen Pilzkrankheiten erhöhen. Zudem sinkt die Resistenz gegen Trockenheit und Frost. Zu geringe Stickstoffgaben hingegen führen schnell zu einem erhöhten Putzaufwand, da Pflanzen Stickstoff sehr leicht aus älteren Blättern in jüngere Blätter verlagern.

Stickstoff beeinflusst maßgeblich die pH-Wert-Entwicklung im Substrat

Nitrat-Stickstoff (NO3 -) wirkt leicht pH-erhöhend und Ammonium-Stickstoff (NH4 +) stark versauernd. Bei der Umwandlung von AmmoniumStickstoff in Nitrat-Stickstoff durch Bakterien werden H+-Ionen frei, die für den pH-Abfall verantwortlich sind.

Nitratauswaschungen vermeiden

Niedrige Nitrat-Werte im Trinkwasser sind seit Jahren ein großes Thema. Die Düngepraxis spielt hier eine wichtige Rolle, weil Nitrat nicht an Bodenpartikel gebunden wird. Dadurch kann es sehr leicht ausgewaschen werden. Vor allem Freilandtopfkulturen weisen bei hohen Niederschlägen erhebliche Stickstoffverluste auf. Mit dem Einsatz von Osmocote Dauerdünger können sowohl eine gute Nährstoffversorgung gewährleistet als auch Nährstoffverluste deutlich reduziert werden.

Stickstoff und Torfersatzstoffe

Die abnehmende Pufferfähigkeit von Substraten erfordert, je nach Menge der eingemischten Torfersatzstoffe (Kokos, Holzfasern, etc.) bei gleichzeitig höherer Dränfähigkeit, für eine bessere Kultursicherheit einen „Nährstoffpuffer“. Eigene Versuche in der ICL-Versuchsstation zeigen, dass eine Osmocote Vollbevorratung Osmocote Exact DCT  diese Anforderungen sehr gut erfüllt. Den höheren N-Bedarf von Torfersatzstoffen können Produkte wie Osmoform 38-0-0 sehr gut ausgleichen.

Ausgasungen von Stickstoffdünger

Unter bestimmten Bedingungen wie zum Beispiel bei hohen Temperaturen (> 30 °C) in Kombination mit hohen pH-Werten kann es zu gasförmigen Stickstoffverlusten (Ammoniak NH3) kommen. Besondere Vorsicht gilt beim Ausbringen nicht umhüllter Dünger in Containerkulturen an heißen Tagen. Daher unbedingt Dünger gründlich nach dem Ausbringen einwässern.

Die höchste Stickstoffaufnahme erfolgt in Form von Nitrat in der Hauptwachstumsphase. Zudem ist Stickstoff in der Pflanze sehr beweglich und wird immer dorthin transportiert, wo er gebraucht wird.

Stickstoffdünger in Hülle und Fülle

Am Markt sind zahlreiche reine Stickstoffdünger erhältlich, die zum Teil auch bei Topf- und Containerkulturen eingesetzt werden. Die bekanntesten sind Kalksalpeter (15,5 % N), Ammoniumnitrat (nur noch in flüssiger Form erhältlich, 18 % N), Schwefelsaures Ammoniak (26 % N) und Harnstoff (46 % N).

Bei organischen Düngemitteln, z. B. Hornspänen (12–15 % N), wird der organisch gebundene Stickstoff durch mikrobiellen Abbau – abhängig von der Bodentemperatur, dem Bodenleben, der Feuchtigkeit und der Korngröße des Ausgangsstoffes – nach und nach ebenfalls zu Nitrat umgesetzt. In der Hauptsache werden jedoch aus Sicherheitsgründen Volldünger eingesetzt, um einer einseitigen Nährstoffversorgung mit einem Hauptnährelement oder Spurennährstoff vorzubeugen.

Empfohlene Richtwerte für Stickstoff in Torfkultursubstraten

 Werte unter 30 mg/l gelten aufgrund der starken Bindung an das Substrat als nicht verfügbar.

Die Funktion von Stickstoff in der Pflanze

  • Unterstützung bei Bildung von Proteinen (Eiweiß) und Enzymen
  • Beteiligung an fast allen Enzymreaktionen
  • Hauptbestandteil des Protoplasmas

Stickstoff-Mangelsymptome

  • Blattaufhellungen an älteren Blättern, später auch an jungen Blättern
  • Wuchsreduktion
  • Blühverzögerung

Stickstoff-Überschusssymptome

  • Extrem dunkelgrüne (bis blaugrüne) Blattfarbe
  • Instabiler Pflanzenaufbau
  • Blühverzögerung
  • Schlechte Haltbarkeit (z. B. Poinsettien bei zu hohen N-Werten gegen Ende der Kultur)

 

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