Was haben Pflanzen mit Mathematik zu tun?

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Was haben Pflanzen mit Mathematik zu tun?

Leonardo Fibonacci, geboren 1170 in Pisa, war einer der bedeutendsten Mathematiker seiner Zeit. Auf ihn ist die Fibonacci-Zahlenfolge im Zusammenhang mit dem Goldenen Schnitt, der vor allem bei Fotografen sehr bekannt ist, zurückzuführen.

Eine Fibonacci-Folge ist eine Zahlenreihe, die mit zweimal einer 1 beginnt. Jede weitere Zahl ergibt sich jeweils aus der Summe der zwei vorangehenden Zahlen:

1 1 2 3 5 8 13 21 34 55 89 144 2 33 377 610

Fibonacci nutze bereits im Jahre 1202 diese Zahlen, um das Populationswachstum von Kaninchen zu berechnen. Interessant ist, dass diese Zahlenfolge bereits den Indern und Griechen zur Zeit der Antike bekannt war. Außerdem können mit der Fibonacci-Folge viele Wachstumsvorgänge bei Pflanzen beschrieben werden. Man kann sie als eine Art Wachstumsmuster der Natur annehmen.

Die Goldene Spirale

Ein Vollkreis von 360 °, der nach dem Verhältnis des Goldenen Schnittes (Φ = Phi) geteilt wird, ergibt 137,5 °. Dieses Winkelmaß wird als der Goldene Winkel Ψ (Psi) bezeichnet und stellt eine Zahl mit erstaunlicher Bedeutung in der Pflanzenwelt dar.

 

Doch was haben die Zahl Φ (Phi) und die Fibonacci-Zahlen im Pflanzenreich für eine Bedeutung?

Diese Fibonacci-Folge weist hunderte, einzigartige mathematische Eigenschaften auf. Doch das würde hier viel zu weit führen. Die Fibonacci-Zahlen und die Goldene Spirale sind erstaunlicherweise in der Natur überall zu finden. In der Pflanzenwelt finden wir unzählige Blüten, die nach diesem Muster konstruiert sind wie zum Beispiel in der Familie der Hahnenfußgewächse die Aquilegia-Arten.

Bei der Sonnenblume zum Beispiel ist die Verteilung der Kerne alles andere als zufällig. Jeder Kern ist exakt im Winkel von 137,5 ° (dem Goldenen Winkel) zum anderen versetzt. Eine noch so geringe Abweichung von etwa 1 °, dass für unser menschliches Auge nicht wahrnehmbar wäre, würde das uns bekannte Bild vom Sonnenblumenkörbchen völlig zerstören. Alle Kerne sind nach dem Muster einer Spirale angeordnet, was den benachbarten Fibonacci-Zahlen entspricht.

Auch bei vielen anderen Pflanzenarten wie Bellis perennis, bei Kohlgewächsen, den Blattspiralen von Palmen, in Tannenzapfen, bei verschiedenen Sukkulenten usw. ist das Muster so angeordnet. Ohne Ausnahmen finden wir immer links- und rechtsdrehende Spiralen mit genau dem Zahlenwert zweier benachbarter FibonacciZahlen. Sicherlich werden Sie jetzt Pflanzen mit anderen Augen betrachten.