Wussten Sie schon, dass die weltweiten Vorräte an Phosphor endlich sind?

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Wussten Sie schon, dass die weltweiten Vorräte an Phosphor endlich sind?

In der letzten Ausgabe des Osmocote-Newsletter haben wir über die endlichen Phosphorvorräte der Erde berichtet. In dieser Ausgabe geht es um die Phosphorrückgewinnung aus Klärschlamm im Sinne einer Kreislaufwirtschaft.

Aktuell existieren in der Hauptsache zwei Methoden zur Phosphorrückgewinnung. Jährlich fallen über 1,8 Millionen Tonnen Klärschlamm in Deutschland und ca. 250.000 Tonnen in Österreich an. Nach Berechnungen des UBA (Umweltbundesamt) könnte Phosphat aus Klärschlamm nahezu 50 % des jährlichen Bedarfs ersetzen. Für Deutschland würde das theoretisch ca. 55.000 Tonnen Phosphat bedeuten. Realistisch können jedoch nur 35 bis 40 % auf langer Sicht substituiert werden. Um den Einsatz von Recyclingprodukte in Düngemitteln zu ermöglichen hat die EU 2019 das Düngemittelrecht entsprechend reformiert.


1. Verbrennung (Thermische Verwertung):
Bei dieser Methode wird Klärschlamm verbrannt. Die Asche wird bislang auf Deponien endgelagert, weil darin giftige Schwermetalle wie Arsen, Blei, Cadmium, Chrom und Quecksilber enthalten sind.

Der Phosphorgehalt der Asche beträgt ca. 6 %. Chemisch lassen sich ca. 90 % des Phosphats aus der Asche gewinnen.

2. Chemische Verfahren zur Phosphorelimination:
Die eingesetzten chemischen Verfahren sind Fällungen, Laugungen und Fällungen oder Rücklösung und Fällung. Die Wirkungsgrade betragen zwischen 15 bis 50 %. Somit ist die Phosphorgewinnung aus der Klärschlammasche das ergiebigste, aber leider auch ein sehr energieintensives Verfahren.

Seit Inkrafttreten der neuen Klärschlammverordnung im Oktober 2017 ist für Städte und Kommunen mit 100.000 und mehr Einwohnern die Rückgewinnung ab 2029 Pflicht und ab 50.000 Einwohnern ab 2032.

Erwerb von RecoPhos 2016
Bereits 2016 hat ICL eine Technologie zur Phosphorrückgewinnung erworben. Das physikalisch-chemischen Verfahrens ermöglicht ein Phosphorrezyklat, dass für die Landwirtschaft effizient und breit einsetzbar ist. Ziel von ICL ist es, bis 2025 eine Kapazität von 25.000 Tonnen zu erreichen.

ICL-Rasendünger mit integriertem Recyclingphosphor
In der Rasendüngerlinie Sierrablen Plus mit PEARL®- Technologie für die Sportplatzdüngung und den Garten- und Landschaftsbau integriert ICL seit 2018 hocheffiziente Struvitgranulate, die mittels patentierter Techniken aus Klärschlamm gewonnen wurden.

Die sogenannte PEARL®-Technologie gewinnt Phosphor und Stickstoff aus Abwasserströmen zurück und verwandelt diese in ein Düngergranulat (5-28-0+16MgO), dessen bedarfsgerechte Freisetzung durch biochemische Prozesse während des Wurzelwachstums aktiviert wird.