Nachhaltiges Wässern bei Kartoffeln in Norfolk (UK)

10 Januar 2019
  • Whastsapp

Tim Papworth aus dem englischen Norfolk ist ein Landwirt, der in Sachen Umweltschutz immer einen Schritt voraus geht. Er pachtet über 1.200 Hektar Betriebsflächen auf dürregefährdeten Land im Norden seiner Grafschaft.

Landwirt Papworth ist sich bewusst, dass die Kartoffelproduktion auf diesen Flächen für ihn kostspielig enden kann, wenn er nicht konsequent alle Kulturansprüche optimal erfüllt. Aus diesem Grund hat er neue Praktiken in seinem Betrieb eingeführt, um langfristig nachhaltig und rentabel arbeiten zu können.

"Wir verhindern Bodenerosion auf unseren Feldern mit bodendeckenden Kulturen, über den Winter dienen Stoppelfelder u.a. Feldvögeln als Nahrungsquelle, Hecken und umliegende Wälder werden sorgfältig gepflegt, um Lebensräume für Wildtiere zu erhalten. Allerdings steht der nachhaltige Umgang mit Wasser derzeit ganz oben auf unserer Agenda."


Bild: Landwirt Tim Papworth

Wassersparmaßnahmen

Er erklärt, dass Wasser einen wesentlichen Bestandteil seiner Bewirtschaftung darstellt, ohne den er nicht arbeiten könne. "Es ist eine wertvolle Ressource, und wir tun alles Mögliche, um diese nicht zu verschwenden, besonders da wir hier in einem ökologisch sensiblen Gebiet arbeiten."

Da der Osten Englands im Allgemeinen weniger Niederschläge verzeichnet als andere Regionen mit gut drainierenden Sandböden in Großbritannien, verwundert es nicht, dass Papworth seine Ackerflächen sowie die 130 Hektar Kartoffeln regelmäßig bewässern muss.

"Normalerweise beregne ich unsere Getreidefelder bereits im April oder Anfang Mai, um sicherzustellen dass die Kulturen in Wuchs kommen. Dies vermeidet zu einem späteren Zeitpunkt den übermäßigen Einsatz von Wasser und dient der Steigerung der Wuchsleistung der Kartoffeln, vor allem während der Knollenanlage um den Befall mit Schorf zu  minimieren.“

"Einer der Schritte zur Minimierung von übermäßigem Einsatz von Beregnung, ist die Umstellung unserer Großflächenregner auf Kreisregner mit Auslegern, die wir jetzt bei etwa 50% unserer Kulturen einsetzen. Diese sind viel effizienter, weil das Wasser gleichmäßig über die Breite des Auslegers verteilt wird und in der Nähe des Erntegutes verteilt wird. Das führt zu einer gezielten Anwendung mit niedrigeren Verlusten."

Ertragssteigerung

Neben einem durchdachten Bewässerungssystem testet Papworth stets die aktuellsten Praktiken, Kombinationen und Produkte, um seine Unternehmenseffizienz zu steigern. "Ich bin ständig bemüht, unsere Kartoffelernte bei einem niedrigeren Wasserverbrauch zu optimieren. Also habe ich einen Feldversuch mit dem Netzmittel H2Flo von ICL durchgeführt, da diesem ebenfalls Eigenschaften zum Wassersparen nachgesagt werden."

Das Produkt erhöht die Wasserverteilung durch das Bodenprofil sowohl in vertikale als auch horizontale Richtung. Wasser wird für die Pflanzen leichter zugänglich, was dabei hilft, Trockenstress zu vermeiden. Dies spart somit zusätzliche Bewässerungskosten und erhöht die Erträge durch eine verbesserte Wasser- bzw. Nährstoffaufnahme.

"Mit Unterstützung von ICL und unserer Beratungsfirma Agrii haben wir H2Flo auf einem unserer Feldabschnitte mit gut drainierendem schluffigen Sandboden in der Nähe von North Walsham ausgebracht. Auf diesem Feld wird die Kartoffelsorte Royal angebaut. Das Beregnungswasser wurde auch mit unserem Standard-Fungizid gegen Knollenfäule versetzt. Einen angrenzenden Feldabschnitthabe wir zum Vergleich unbehandelt gelassen.", sagt er.

Dr. Richard Collins, technischer Vertriebsleiter von ICL in Großbritannien, erklärt, dass die Versuche mit einer Feuchtesonde und einer Wetterstation überwacht wurden, um Regenfälle und Bewässerungsmengen zu messen und um die Wasseraufnahme durch die Pflanzen zu erfassen.

Die erhobenen Daten zeigten deutlich, dass Wasser in der Lage war, tiefer in den mit H2Flo behandelten Boden einzudringen und den Pflanzen während der Vegetationszeit leichter zugänglich war. Der Teil des Ackers, der nicht mit H2Flo behandelt wurde, zeigte einen konstant niedrigen Gehalt an pflanzenverfügbarem Wasser,  dies führt zu verminderter Aufnahme in die Pflanze was bei anhaltender Trockenheit  zu Wachstumsdepressionen führen wird.

"Die letzten Proben zeigten, dass die Erträge auf der behandelten Fläche mit einem Anstieg um 11 Tonnen - von 61,45 t/ha auf 72,63 t/ha - auf ein höheres Niveau im Vergleich zur Kultur auf der unbehandelten Fläche erhöht wurden.“
Dr. Collins erläutert auch den wirtschaftlichen Vorteil: "Die Kartoffelpreise variieren, aber wenn man zu einem Durchschnittspreis von 100 £/t arbeitet, würde dieser Mehrertrag dem Landwirt zusätzliche 1.100 £/ha bringen, was die Produkt- und Anwendungskosten deutlich überwiegen würde."

Studien stärken Beobachtung

"Zu den Beobachtungen bei Allanhill haben weitere Tests gezeigt, dass H2Flo den Wasserverbrauch nachweislich um 25% reduzieren kann. Das spart nicht nur Wasser- sondern auch Pumpen- und Personalaufwand."

In Anbetracht dessen und der erfreulichen Ergebnisse seines eigenen Versuchs, plant Papworth, das Produkt in nachfolgenden Saisons erneut auf die Probe zu stellen und es auf einer wesentlich größeren Fläche und an unterschiedlichen Kartoffelsorten zu testen.

"Angesichts der erheblichen Kosten für die Beschaffung und Anwendung von Beregnungswasser, mit etwa 99 £/m³, bin ich ernsthaft daran interessiert, die Vorteile mit H2Flo weiter zu prüfen. "Wir verbrauchen im Durchschnitt 0,67 Hektoliter Wasser pro Jahr, was uns in der Größenordnung von 8.600 Pfund kostet, so dass jede Einsparung ein großer Vorteil für uns und die Umwelt wäre", sagt Papworth.

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